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Szientismus – Ein ausreichendes Abbild der gesamten Wirklichkeit?
In den vergangenen Jahren ist deutlich zu beobachten, dass die Vorstellung von "richtigen" und "falschen" Ansichten zunehmend aggressiv und polarisierend eingesetzt wird. "Richtig" wird die Bewertung "gut und hilfreich" beigemessen, während "falsch" als "schlecht, böse oder gefährlich" gebrandmarkt wird. Um Ansichten zu untermauern, werden Wissenschaftler beigezogen, welche deren Richtigkeit "beweisen" sollen.
Bildet das die Wirklichkeit korrekt und ausreichend ab und befähigt es uns, hilfreiche Lösungen zu finden?
Vertrauen in die Wissenschaft
"Follow the science!" ist eine Aufforderung, welche in den letzten Jahren auffällig häufig zu hören war. Gekoppelt ist sie meistens an autoritäre, alternativlose Verhaltensregeln, welche nicht in Frage gestellt werden dürfen. Wer es dennoch tut, wird sofort als unwissenschaftlicher Dummkopf tituliert oder mit anderen Abwertungen belegt und im Falle der Corona-Massnahmen von Freiheiten ausgeschlossen, welche verfassungsmässig eigentlich für alle garantiert sind. Unzählige kritische Wortäusserungen wurden in diesem Zusammenhang zensiert. Für nicht wenige zog das öffentliche Zurückweisen des Mainstreamnarrativs körperliche, ökonomische oder juristische Massregelung durch staatliche und private Stellen nach sich.
Die Frage stellt sich, welcher Wissenschaft man folgen soll, denn es gibt unzählige Erkenntnisse. Nicht wenige wissenschaftliche Resultate stehen in gegenseitigem Widerspruch zueinander. Gewisse werden medial und politisch in den Vordergrund gerückt, obwohl andere zumindest gleichwertig sind. Das Ausschliessen wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Abwertung durch eine "Mainstream-Wissenschaft" widerspricht dem wissenschaftlichen Ansatz, ergebnisoffen zu forschen.
Das Gleichnis der Blinden und des Elefanten
Nach der vollständigen Offenlegung der RKI-Files lässt sich nachweisen, dass die Kritiker der Corona-Massnahmen in diversen Punkten richtig lagen, weil ihre Feststellungen mit allgemein zugänglichen wissenschaftlichen Forschungen belegbar sind. Die Experten im RKI wussten dies ebenso, haben jedoch auf Druck aus der Politik Aussagen gemacht, welche diesem Wissen entgegenstanden – eine persönliche Bankrotterklärung.
Erst 2008 hat das RKI seine Verfehlungen während der NS-Zeit aufgearbeitet. Der ehemalige RKI-Präsident Jörg Hacker schreibt in seiner Stellungnahme dazu:
Fälle von Zivilcourage, von Protestbekundungen gegen das staatliche, das institutionelle und das individuelle Vorgehen sind nicht bekannt. […] Wir hätten uns mehr Courage im RKI erhofft.
Rund einen Monat nach der Publikation der RKI-Files, Ende August 2024, lehnte das Bundesgericht der Schweiz eine Schadenersatzklage auf Grund von Corona-Massnahmen von 10'000 Personen mit der Begründung ab, dass die Gefahr, welche vom Virus ausging, wissenschaftlich erwiesen sei.
Das Vertrauen in die Wissenschaft als wertvolle Möglichkeit Erkenntnisse zu gewinnen, nimmt durch solches Fehlverhalten verheerenden Schaden, weil deren Glaubwürdigkeit untergraben wird.
Und sicherlich sollten wir uns davor hüten,
den Intellekt zu unserem Gott zu machen;
er hat zwar starke Muskeln, aber keine Persönlichkeit.
Er kann nicht führen, er kann nur dienen,
und er ist bei der Wahl des Führers nicht wählerisch.
Diese Eigenschaft spiegelt sich
in den Qualitäten seiner Priester, der Intellektuellen, wider.
Der Intellekt hat einen scharfen Blick für Methoden und Werkzeuge,
ist aber blind für Ziele und Werte.
So ist es nicht verwunderlich, dass diese fatale Blindheit
von den Alten an die Jungen weitergegeben wird
und heute eine ganze Generation betrifft.
Albert Einstein
Vertrauen in die Politik
Ebenso trifft das auf die Politik zu: Wenn Politiker ihre Macht missbrauchen, wendet sich die Bevölkerung von der Politik ab. Gemäss aktuellen Umfragen des Allensbach-Instituts für Demoskopie schauen die Deutschen so sorgenvoll in die Zukunft wie letztmals 1950. Die Deutschen trauen weder der aktuellen noch einer Regierung durch die CDU zu, die anstehenden Probleme zu lösen. Damit stehen alle bisher regierenden Parteien Deutschlands im Misstrauen der Bevölkerung.
Die Überprüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch die bereits vorhandenen ethischen und qualitätssichernden Regeln muss wieder konsequent angewendet werden, um das Vertrauen in die Forschung zu stärken, ihre Grenzen klar zu definieren und damit den davon ausgehenden Nutzen in praktischen Anwendungen sicher zu gestalten. Die Unabhängigkeit der Forschung von Ökonomie und Politik ist eine wesentliche Voraussetzung dafür. Von Politik oder Wirtschaft bestellte Studien mit vorgegebenem Resultat sind weder wissenschaftlich noch ethisch. Ebenso verhält es sich mit Studien, die gefälscht sind, oder welche sich nicht an wissenschaftlich Standards halten.
Es ist offensichtlich, dass die Erkenntnistiefe der Beteiligten in den oben beschriebenen Vorgängen ganz unterschiedliche Ausprägungen hat: Sie reicht von viel Wissen (vielfältiger Kontakt) über Halb-Wissen (einseitiger Kontakt) über Nicht-Wissen (kein Kontakt) bis zu nicht wissen wollen beziehungsweise Wissen verleugnen (Kontaktverweigerung) und zu guter Letzt zu jenen, die als wissenschaftlich bezeichnen, was nicht wissenschaftlich ist (Betrug und Irreführung).
Die Bevölkerung müsste eigentlich korrigierend einwirken auf Politik und Institutionen, welche insbesondere zu deren Schutz aufgestellt wurden. Neben vereinzelten Wortmeldungen zu den oben beschriebenen Vorgängen interessieren sich die sogenannten Qualitätsmedien und deshalb auch die breite Öffentlichkeit wenig dafür oder stellen die Fakten meist beschönigend dar.
Lernen aus der Geschichte
Die Vorgänge während Corona sind hervorragend dokumentiert. Dadurch könnten sie ein Lehrstück sein, wie Krisen optimaler bewältigt werden können. Es ist offensichtlich, dass sich die beschriebenen Schwierigkeiten nicht nur auf die Vorgänge rund um Corona beschränken, sondern in anderen politischen Bereichen ebenso anzutreffen sind. Der Glaube, dass der Einzelne oder eine einzelne Gruppe eine anstehende Aufgabe allein am besten lösen kann, ist der entscheidende Fehler, der sich dabei wiederholt. Folge davon ist der Ausschluss aller divergierenden Sichtweisen, was in den letzten Jahren zu immer mehr Spaltungen innerhalb der Gesellschaft führte. Die Integration unterschiedlicher Herangehensweisen bei höchstmöglicher Selbstverantwortung führt zu einem in der breiten Gesellschaft abgestützten Resultat.
Warum diese egozentrischen Verhaltensweisen zunehmend gehäuft auftreten, beschreibe ich in meinen vorherigen Artikeln Stress – ein selbstzerstörerisches Gefängnis ➚ und Gesund bleiben in einer zunehmend psychotischen Welt ➚.
Das Bewusstsein, dass jede einzelne Person in der Verantwortung steht, zu guten Lösungen beizutragen, scheint wenig verbreitet zu sein. Es sind nicht die Politiker, die Gesellschaft oder die anderen – du und ich sind diejenigen, welche durch hilfreiche Verhaltensweisen zu einem gelingenden Ganzen beitragen. Und wir finden bessere Lösungen im Verbund mit anderen, trotzdem sie sich von uns unterscheiden.
Szientismus
Szientismus ist ein Begriff, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts entstand, als Denkrichtung jedoch in die Zeit der Aufklärung zurückreicht. Anhänger des Szientismus sind davon überzeugt, dass mit wissenschaftlichen Methoden alle sinnvollen Fragen beantwortet werden können. Der positivistische Denkansatz dahinter geht davon aus, dass Erkenntnisse, welche den Charakter von Wissen beanspruchen, durch sinnliche Wahrnehmung und rationale Schlussfolgerung überprüfbar sein müssen. In seiner radikalen Variante sind es nur die Naturwissenschaften, welche zulässige Antworten finden können.
Es mutet äusserst seltsam an, wenn eine Art der Wissensgewinnung für sich beansprucht, das einzig gültige Wissen zu schaffen. Unzählige Denker und Forscher haben an dieser offensichtlich einseitigen Sichtweise auf die Welt und Erkenntnismöglichkeit Kritik geübt, weil sie alles ausschliesst, was nicht mit Messgeräten erfasst und rational bewiesen werden kann.
Mit wissenschaftlichen Methoden versucht der Mensch ein Verständnis der Realität und damit ein Abbild von ihr zu erarbeiten. Wir nennen das Wissen. Die Realität ist jedoch vor jedem Wissen bereits vorhanden und übersteigt in ihrer masslosen Diversität alles, was durch Wissen wiedergegeben werden kann.
Die Tatsache, dass vieles noch nicht gemessen werden kann, weil die Messgeräte dafür fehlen, weist auf die Unhaltbarkeit dieses Denkansatzes hin. Eine solche Einengung der Wissensgewinnung kann als eingeschränkte und einschränkende Kontaktfähigkeit gegenüber der multidimensionalen Wirklichkeit bezeichnet werden. Dass es neben beweisbaren materiellen Gegebenheiten auch noch viel anderes gibt, ist für alle beobachtbar. Dass ganz vieles nicht durch replizierbare Denkmuster erklärbar ist, macht die Welt zwar komplex, teilweise unvorherseh- und unkontrollierbar, aber gleichzeitig auch unendlich vielfältig und reich.
Kreativität als ein Beispiel von vielen kann mit wissenschaftlichen Methoden nicht nachgewiesen werden, existiert jedoch eindeutig und ermöglicht, Neues jenseits des bisher Bekannten zu erforschen und entstehen zu lassen.
Ich suche nicht – ich finde
Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen
und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden – das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,
die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziel ziehen lassen
und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Aussen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen,
der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.
Pablo Picasso
Szientismus als Methode ist für exakte Naturwissenschaften möglicherweise sinnvoll. Im Gesamtzusammenhang des Lebens ist dies jedoch nur eine von vielen Arten der Welt zu begegnen.
Das Nicht-Wahrnehmen von etwas
beweist nicht dessen Nicht-Existenz.
Dalai Lama
Erweiternde Sichtweisen
Diverse andere Herangehensweisen – auch aus Kulturkreisen ausserhalb des globalen Nordens – führen zu ebenso wertvollen Erkenntnissen und ermöglichen Lösungen, welche im Materiellen und jenseits davon grossen Wert für das menschliche Leben haben. Je breiter unser Zugang zur Wirklichkeit ist, desto eher sind wir fähig in eine lebenswerte Zukunft zu gehen.
Stefan Zweig bringt in seinem Werk Der Kampf mit dem Dämon die Armut und Unmenschlichkeit eines Lebens, das einseitig auf das Denken ausgerichtet ist, in seiner Kritik Kants zum Ausdruck:
Kant hat – ich spreche hier eine streng persönliche Überzeugung aus – die reine Produktivität der klassischen Epoche, die er mit der konstruktiven Meisterschaft seiner Gedanken überwältigte, unendlich gehemmt, der Sinnlichkeit, der Weltfreudigkeit, dem Freilauf der Phantasie bei allen Künstlern durch die Ablenkung auf einen ästhetischen Kritizismus unendlichen Abbruch getan. Er hat jeden Dichter, der sich ihm hingab, im rein Dichterischen dauerhaft gehemmt und wie könnte auch ein Nur-Gehirn, ein Nur-Geist, ein solcher gigantischer Eisblock jemals wirkliche Fauna und Flora der Phantasie befruchten, wie könnte dieser steife, lebensloseste Mensch, der sich zum Automaten des Denkens entpersönlicht hatte, von diesem Manne, der nie eine Frau berührte, nie den Umkreis seiner Provinzstadt überschritt, der jedes Zähnchen seines Tageräderwerkes um die gleiche Stunde durch fünfzig, nein durch siebzig Jahre automatisch kreisen liess – wie könnte, so frage ich, eine solche Nichtnatur, ein dermassen unspontaner, selbst zu einem starren System gewordener Geist (dessen Genialität eben in dieser fanatischen Konstruktivität beruht) jemals den Dichter fördern, den sinnlichen, vom heiligen Zufall des Einfalls beschwingten, von der Leidenschaft ständig ins Unbewusste getriebenen Menschen?
Es ist ein Kurzschluss zu glauben, dass ausschliesslich materialistische, westliche Wissenschaft konkrete Problemlösungen ermöglicht. Alternativlose Verhaltensregeln auf Grund dieser teilweise nicht einmal korrekt wiedergegebenen Sichtweise zu definieren, ist eine schamlose Kaschierung autoritären Verhaltens und muss als Ideologie zurückgewiesen werden.
Es ist eine Irrlehre, dass es Fragen gibt,
die für normale Menschen zu gross oder zu kompliziert sind.
Akzeptiert man einen solchen Gedanken,
so hat man einen ersten Schritt in Richtung Technokratie,
Expertenherrschaft, Oligarchie getan.
Politik ist zugänglich, ist beeinflussbar für jeden.
Das ist der zentrale Punkt der Demokratie.
Olof Palme
Das Zusammenwirken wissenschaftlicher mit sogenannt nicht wissenschaftlichen Disziplinen deckt ein umfassenderes Feld an Möglichkeiten ab und führt sicherlich zu sinnvolleren und insbesondere demokratischeren Ergebnissen.
AI: Artifizielle Intelligenz versus Authentische Intelligenz
Künstliche Intelligenz (englisch AI – artificial intelligence) ist in aller Munde. Eine umfangreiche Datensammlung vorhandener Informationen mit der Fähigkeit, einzelne Elemente in kürzester Zeit miteinander zu verknüpfen, wirkt sich in vielen Feldern zeit- und ressourcensparend aus. In der Entwicklung der KI konzentriert man sich vor allem auf eine beschränkte Auswahl folgender Anteile menschlicher Intelligenz: Lernen, Schlussfolgern, Problemlösen, Wahrnehmung und Sprachgebrauch. Künstliche Intelligenz ist also ein aufgeblasener und nicht wirklich zutreffender Begriff, weil die leistungsstarke Verknüpfung von Informationen zwar hilfreich ist, aber weit von wirklicher Intelligenz entfernt ist. Sich mehr und mehr darauf zu verlassen, verstärkt die bereits seit langem bestehende linkshemisphärische Einseitigkeit und zerstört so die menschliche Kreativität. Michael Ende hat die Folgen davon bereits 1979 in seinem Roman Die unendliche Geschichte dramatisch beschrieben.
Unzählige Moderatoren füttern die künstliche Intelligenz mit vorhandenen Informationen und filtern nicht erwünschte oder falsche Informationen aus. Erkenntnistheoretisch muss die Frage gestellt werden, wer die Filter mit welchen Vorgaben definiert. Abgesehen davon ist die Anzahl der Fehler, welche die AI von sich gibt, beträchtlich. Sie reicht von ungenauen über falsche bis zu erfundenen Daten: aktuell spricht man von Halluzinationsraten, welche je nach Gebiet bis zu 30% erreichen können.
Das bedeutet, dass auch die künstliche Intelligenz einseitig ist, was je nach Anwendung schwierig bis gefährlich sein kann. Wird sie herangezogen zur Ausführung einer repetitiven Aufgabe, spart sie Zeit. Wird sie in hochkomplexen Situationen eingesetzt, besteht wie beim Eingriff durch Menschen die Gefahr einer schwerwiegenden Fehlintervention, weil Anteile der Wirklichkeit in der Entscheidungsfindung zu wenig berücksichtigt wurden oder die Gewichtung einzelner Anteile inadäquat ausfällt. Die künstliche Intelligenz kann lediglich Informationen aus der Vergangenheit verarbeiten und aufgrund von statistischen Wahrscheinlichkeiten kombinieren. Diese Leistung ist sicherlich beeindruckend und übersteigt die menschliche Merk- und Kombinationsfähigkeit bei weitem, doch fehlt ihr die Weisheit, welche Voraussetzung für hilfreiche Entscheidungen in komplexen Situationen ist.
Seelische Anteile sind einer Maschine nicht zugänglich, für die Meisterung des Lebens jedoch unabdingbar. Eine Untersuchung des MIT (Massachusetts Institute of Technology, Nataliya Kosmyna) aus dem Jahr 2025 konnte nachweisen, dass sich die neuronalen Verbindungen im Hirn regelmässiger Nutzer von ChatGPT um 47% verminderten, was dazu führte, dass diese Menschen „auf neuronaler, sprachlicher und verhaltensbezogener Ebene durchweg unterdurchschnittlich abschneiden“. Eine falsche Verwendung von KI führt also zum Zerfall menschlicher Fähigkeiten.
Authentische Intelligenz – Intelligenz, welche zurückgeht auf die Quelle reiner Potenzialität – beinhaltet, wie Picasso dies im obigen Zitat schön ausdrückt, einen kreativen Faktor, der bereit ist über die bisherigen Gewohnheiten des Bekannten hinauszugehen und Neues zu erschaffen. So entsteht wirkliches Wachstum. Nur Menschen sind dazu in der Lage, weshalb sie in diesem Feld jeder Maschine überlegen sind. Naturwissenschaftliche Erkenntnis oder künstliche Intelligenz sind darin lediglich ein Anteil der gesamten Wirklichkeit, umgeben von diversen anderen Bewusstseinsformen.
Unser normales Wachbewusstsein, rationales Bewusstsein wie wir es nennen,
ist nur eine bestimmte Art von Bewusstsein,
während um es herum,
abgeteilt nur durch eine hauchdünne Scheidewand,
potenzielle Formen des Bewusstseins liegen,
die ganz andersartig sind.
Wir mögen durchs Leben gehen, ohne ihre Existenz zu ahnen,
sobald jedoch der erforderliche Stimulus angewendet wird,
sind sie mit einem Schlag in all ihrer Vollständigkeit da.
Keine Betrachtung des Universums in seiner Gesamtheit kann abschliessend sein,
welche diese anderen Formen des Bewusstseins ausser Acht lässt.
William James
Wohin soll die Reise gehen?
Unter dem Eindruck des grauenvollen 1. Weltkriegs beschreibt Rudolf Steiner 1917 in GA 167 seine Sichtweise über die Entwicklung der Menschheit:
Der grössere Teil der Menschheit wird seinen Einfluss von Amerika, von dem Westen herüber haben, und der geht einer anderen Entwickelung entgegen. Der geht jener Entwickelung entgegen, die heute sich erst in den idealistischen Spuren, gegenüber dem, was da kommt, in sympathischen Anfängen zeigt. Man kann sagen: Die Gegenwart hat es noch recht gut gegenüber dem, was da kommen wird, wenn die westliche Entwickelung immer mehr und mehr ihre Blüten treibt. Es wird gar nicht lange dauern, wenn man das Jahr 2000 geschrieben haben wird, da wird nicht ein direktes, aber eine Art von Verbot für alles Denken von Amerika ausgehen, ein Gesetz, welches den Zweck haben wird, alles individuelle Denken zu unterdrücken. Auf der einen Seite ist ein Anfang dazu gegeben in dem, was heute die rein materialistische Medizin macht, wo ja auch nicht mehr die Seele wirken darf, wo nur auf Grundlage des äusseren Experiments der Mensch wie eine Maschine behandelt wird.
[…]
Und weil die Menschen nicht imstande sind, das, was in der Wirklichkeit da ist, mit ihren Begriffen, mit ihren Vorstellungen zu umfassen, geschieht es, dass sie immer mehr und mehr ins Chaos hineinkommen, wie es sich ja durch diese Kriegsereignisse schon hinlänglich anzeigt. Dieses Chaos kommt eben davon, dass die Wirklichkeit eine andere ist, eine reicher werdende ist, als das, was die Menschen erdenken können, was die Menschen sich ausbilden können in ihren Köpfen. Und man wird sich klarmachen müssen, dass man vor die Wahl gestellt ist: Entweder, weil man die Welt nicht zu ordnen versteht, weiterzumachen mit dem Zusammenhauen, mit dem gegenwärtigen Aufeinanderschiessen, oder zu beginnen mit dem Ausbilden solcher Begriffe, solcher Vorstellungen, die den komplizierten Verhältnissen gewachsen sind. Es muss eine geistige Strömung in der Menschheit geben, welche darauf ausgeht, Begriffe auszubilden, die den realen Verhältnissen gewachsen sind. Denn diejenigen, die kleben bleiben wollen an dem, was von alter Zeit weiterrumort, die werden sehr zahlreich sein – heute sind sie ja noch in der Minderzahl – und die werden aus der äusserlichen Betrachtung heraus und schon auch dadurch, dass die Leiber ausgefüllt werden von ahrimanischer Geistigkeit, welche darauf ausgeht, aus der äusseren Räumlichkeit heraus Begriffe und Vorstellungen und Taten zu prägen, die werden aus dem Äusseren heraus Begriffe und Vorstellungen prägen.
Es ist frappierend, dass für gewisse Menschen bereits vor 100 Jahren erkennbar war, welche Einflüsse an Kraft gewinnen würden. Hermann Hesse drückt dies in seinem Roman Das Glasperlenspiel zur Zeit des 2. Weltkriegs in ähnlicher Art aus.
1999 bringen die Wachowskis im Film The Matrix dasselbe Thema in zeitgemässer Form in die Kinos. Gemeinsam mit diversen anderen beklagen sie, dass die grosse Masse durch oberflächliche, materialistische Prägung insbesondere durch die Medien und in der Moderne durch die Vorherrschaft des digitalen Industriekomplexes entseelt, sinnentleert und von der eigenen Mitte getrennt kulturverloren vor sich hinlebt. Die Überflutung mit unwesentlichen und ungenau berichteten Inhalten darf als raffinierte Form der Zensur bezeichnet werden und greift bei der grossen Mehrheit effizient. Das Bewusstsein soll durch blumiges Wording und Lügen durch Weglassen gekapert und so davon abgehalten werden, sich bewusst mit dem Wesentlichen auseinanderzusetzen und dadurch zu sinnvollen Entscheiden zu finden.
Der Mensch ist grundsätzlich dazu befähigt die diversen Aspekte der Wirklichkeit zu erkennen und sich dadurch loszusagen von der Gängelung durch einengende Vorurteile und Machtzirkel, um so zu handeln, dass es allen zugutekommt. Um sich diese Fähigkeit zu erhalten und sie zu kräftigen, bedarf es täglicher Übung.
Diverse religiöse und spirituelle Meister aus der ganzen Welt betonen seit Jahren, dass wir in einer besonderen Zeit leben, in welcher über das Fortbestehen des Menschen entschieden werden wird. Deshalb machen sie bis anhin nur mündlich von Meister zu Schüler übertragene Geheimlehren für ein breiteres Publikum zugänglich, um einerseits ihre Tradition zu überliefern und andererseits Menschen zu befähigen, das seelische Überleben und die Verbundenheit zur Quelle – re-ligio – zu kräftigen. Dank der modernen Technik sind diese Informationen bis anhin für fast alle so einfach wie nie zugänglich.
Erfreulicherweise erforscht die Neurowissenschaft die Auswirkungen von Meditation und bewusstseinserweiternden Praktiken intensiv, um erklärbar zu machen, was für Unerfahrene unerklärlich, mystisch und darum suspekt erscheint. Hochrangige Forscher sind über die gewonnenen Resultate begeistert und forschen mit grossem Eifer an weiteren Erkenntnissen.
Mehr und mehr Menschen erweitern ihr Bewusstsein, weil sie erkennen, dass den Anforderungen des Lebens mit einem vielfältigen Kontakt zur Wirklichkeit besser begegnet werden kann.
In meinem Artikel Geistige Klarheit und Meditation als Weg aus dem Gefängnis des Stresses ➚ skizziere ich Wege, welche einen ganzheitlichen Kontakt zur Wirklichkeit ermöglichen können.
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